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Malen für Anfänger: Welche Grundausstattung braucht man wirklich?

5. Januar 2018

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„Teach your children art and they will never have enough money for drugs.“

In diesem Satz steckt viel Wahres drin. Der Markt für Künstlerbedarf ist riesig, die Auswahl überwältigend. Viele Kreative bekommen Herzflattern beim Anblick eines Kunstkaufhauses. Man braucht gefühlt ja grundsätzlich alles, was da in der Auslage liegt: Stifte, Pinsel, Farben, Leinwände und all die Dinge, deren Namen man nicht kennt, die einem aber unglaublich wichtig erscheinen für die Arbeit am perfekten Bild oder Objekt.

Aber was benötigt man wirklich, wenn man mit dem Malen anfangen möchte?

Die passenden Farben finden

Nun, am Anfang steht eine Entscheidung:

Möchte ich mit Aquarell- oder Ölfarbe, mit Acryl- Gouache- oder Temperafarbe malen? Und worin besteht eigentlich der Unterschied?

Wer – abgesehen vom Schulunterricht – noch nie einen Pinsel in der Hand hatte, sollte für den Anfang eher keine Ölfarben benutzen. Aus Gründen. Die Farben sind verhältnismäßig teuer und ungesund. Zusammen mit den Lösungsmitteln, die man braucht um sie zu verarbeiten, stinkt es so sehr, dass man Ölfarbe prinzipiell nur in sehr gut belüfteten großen Räumen oder im Freien verwenden sollte.

Alle anderen o.g. Farben sind grundsätzlich mit Wasser verdünnbar. Tempera-und Gouache-Farben können deckend aufgetragen werden, bei Aquarellfarben schimmert der Malgrund immer durch. Weiße Stellen bzw. Highlights müssen bei Aquarellen ausgespart werden. Das ist gerade für Anfänger eine eher komplizierte Angelegenheit.

Ich persönlich empfehle Malanfängern gern Acrylfarben. Diese lassen sich sehr leicht und auf ganz unterschiedliche Weise verarbeiten. Man kann die Farbe wie beim Malen mit Öl schichten oder wie bei einem Aquarell lasierend verarbeiten.

Die Möglichkeiten, die Acrylfarben bieten, sind nahezu unbegrenzt.

Obwohl ich (dem Ruf der Kunstkaufhäuser dieser Stadt folgend) mittlerweile vom kleinen Aquarellmalkasten bis hin zum Ölfarben-Set so ziemlich alles besitze, was das Künstlerherz begehrt, arbeite ich nach wie vor am liebsten mit Acrylfarbe.

Die kurzen Trocknungszeiten sind oft von Vorteil.  Zudem lassen sich ältere Farbschichten durch Wasser nicht mehr ablösen und können so immer wieder überstrichen werden.

Studienqualität vs. Künstlerqualität

Man kann Acrylfarben grob vermalen oder detailgetreue Bilder mit ihnen zaubern. Alles ist möglich. Theoretisch. In der Praxis ist es wichtig, auch als Anfänger bei der Auswahl der Farben auf optimale Qualität zu achten. Acrylfarben sind in günstiger Studienqualität und in Künstlerqualität erhältlich. Die teureren Künstleracrylfarben haben einen hohen Pigmentanteil und zeichnen sich durch brillantere Farben und eine hervorragende Deckkraft aus. Wer an dieser Stelle spart, wird wohl früher oder später am Thema Deckkraft verzweifeln. Zudem  verbraucht man beim Versuch eine geschlossene Farbschicht zu erhalten mit billigen Acrylfarben erheblich mehr Farbe und hat am Ende gar nichts gewonnen.

Meine Empfehlungen:*

(Die verlinkten Schmincke- und die Liquitex-Farben sind meines Wissens nach vegan)

Sehr hilfreich beim Malen mit Acrylfarben ist manchmal ein Trocknungsverzögerer*. Dieser verlängert die Trocknungszeiten der Farbe und ist gerade bei großflächigen und/oder länger andauernden Arbeiten am Bild sehr zu empfehlen.

Schmincke Acryl Farben Künstlerqualität

Die Wahl der richtigen Pinsel

Hat man das Thema Farbe für sich geklärt, braucht man noch ein paar ordentliche Pinsel.

Viele Pinsel werden aus Tierhaaren gefertigt. Von Rindsohrenhaar, über Schweineborsten bis hin zum Eichhörnchenschweif ist alles dabei.

Dabei werden den Tieren nicht mal schnell im Vorbeigehen drei Haare entfernt. Das Material für die Pinsel kommt von Pelzfarmen oder Schlachthöfen, wenn auch „nur“ als Restmaterial bzw. Schlachtnebenprodukt.

Die Produktion von Kunstfasern hat in den letzten Jahren allerdings enorme Fortschritte gemacht, sodass ich euch hier guten Gewissens ausschließlich Pinsel aus Nylon empfehle.

Für den Anfang reichen ca. fünf bis zehn Flach-und Rundpinsel in unterschiedlichen Größen aus.

Meine Empfehlungen:*

Damit ihr lange Freude an euren Pinseln habt, solltet ihr sie unbedingt gut pflegen! Nach dem Malen müssen alle Pinsel gereinigt und wieder in Form gebracht werden. Sie sollten hängend trocknen und wirklich NIEMALS mit den Borsten nach unten im Glas stehen.

brushes

Der optimale Malgrund

Wenn ihr wisst, WOMIT ihr malen möchtet, stellt sich eigentlich nur noch die Frage WORAUF?

Als Malgrund eignen sich Malkarton, Leinwand,  Holzplatten und für Leute, die sich von welligem Papier nicht einschüchtern lassen, auch Malblöcke.

Leinwände kann man mittlerweile überall günstig erwerben. Mich persönlich stört die Gewebestruktur dieses Malgrundes beim Herausarbeiten von Feinheiten, weshalb ich öfter und lieber auf Malkarton oder grundierten Holzplatten arbeite. Für großflächige Arbeiten sind Leinwände bzw. bespannte Keilrahmen allerdings perfekt!

Malgründe können bereits vorgrundiert sein (bespannte Keilrahmen/ Leinwände), keine Grundierung benötigen (Papier) oder müssen durch euch noch grundiert werden (Holz, Pappe)

Meine Empfehlungen:*

Weiteres Zubehör

Neben Farben, Pinseln und dem passenden Malgrund benötigt ihr eigentlich nur noch ein Glas mit Wasser und einen Lappen zum Auswaschen und Trocknen der Pinsel, sowie einen alten Teller, ein altes Schneidebrett ODER eine Mischpalette* zum Anmischen der Farben.

Achtet darauf, beim Malen alte Kleidung oder einen Kittel anzuziehen. Acrylfarbe lässt sich nach dem Trocknen nicht mehr aus Textilien entfernen. (Wozu ich übrigens vor einer Weile mal ein schönes Tutorial gemacht habe… ;-))

Wer Gefallen am Malen findet, kann sich noch eine Staffelei zulegen. Für kleinere Arbeiten reicht eine kleine Tischstaffelei*, für große Leinwände eignet sich z.B. diese Akademie-Staffelei*.

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Fotos 1, 2 und 3 via Unsplash


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3 Kommentare

  • Antworten Erika 22. März 2018 at 12:08

    Hallo Caroletta,
    vielen Dank für diesen schön kurz gehaltenen Überblick!!!!

    Alles Liebe von

    Erika aus Hamburg

  • Antworten Franzi 27. März 2018 at 10:47

    Hallo Carolett,
    Ich kann mich nur anschließen.
    Kurz und knackig, genau was ich gesucht hatte für meine 7 jährige Künstlerin, die seit einem halben Jahr nichts mehr gegessen hat, was mal Augen hatte. ;-)
    Danke.
    LG aus Köpenick
    Franzi

    • Caroletta
      Antworten Caroletta 28. März 2018 at 17:50

      Das freut mich. :-) Liebe Grüße nach Köpenick!

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