Eigene Arbeiten Kunst

„About Meat“ – Karnismus in Bildern

8. November 2017

Als ich etwa fünf oder sechs  Jahre alt war, verreisten meine Eltern für ein paar Tage ohne mich und ließen mich derweile bei meinen Großeltern. Tagsüber spielte ich auf dem Hof und in der Scheune, begutachtete die neuen Hasen-Babys und fütterte mit meinem Opa die Hühner. Abends jedoch hatte ich furchtbares Heimweh und weinte viel, bis jemand auf die Idee kam, mir einen kleinen Hasen ans Bett zu bringen um mich zu trösten. Was soll ich sagen… Das hat ziemlich gut funktioniert. Ich liebe Hasen. Ein paar Monate später besuchten wir meine Großeltern erneut. Ich sah das erste Mal, wie einem Hasen das Genick gebrochen und ihm das Fell abgezogen wurde. Ich musste fast kotzen. Es gab Hasenbraten.

Zu dieser Zeit aß ich bereits kein Fleisch mehr und hätten sie einen Hund oder eine Katze geschlachtet, es hätte für mich keinen Unterschied gemacht.

Apropos Hund: Über 2,5 Millionen Menschen haben auf change.org eine Petition unterschrieben, um das Yulin Hundefleisch-Festival in Guangxi China zu stoppen. Das finden viele voll eklig. Denn Hunde sind niedlich. Mit denen spielt man und manchmal dürfen die auch mit ins Bett. Aber essen? NIEMALS. Zum Essen haben wir andere Sachen: Schweine, Rinder und so Zeug. Da muss man doch keine Hunde essen.

Das, meine Damen und Herren, nennt sich übrigens Speciesismus.

Kinder beißen in ihre Lieblingsbärchenwurst ohne den geringsten Schimmer zu haben, was da eigentlich drin ist, wo das Zeug herkommt und wie das Tier aussah, das dafür sterben musste. Sie können die Verbindung zwischen dem Schnitzel auf ihrem Teller und dem Tier, das dieses mal war, nicht herstellen. Die meisten Erwachsenen haben das ebenfalls verlernt oder noch nie gekonnt. Denn die Tiere sind unsichtbar. Ihre Tötung erfolgt hinter verschlossenen Türen.

Mit der Bildreihe „About Meat“ möchte ich dem unsichtbaren Karnismus in unserer Gesellschaft ein Gesicht geben. Ich möchte das – in meinen Augen – vollkommen Absurde bebildern und bin damit noch lange nicht fertig. Alle Illustrationen entstehen in klassischer Handarbeit und folgen einem gemeinsamen Farbkonzept.

Wie so ein Bild entsteht, zeige ich euch in folgendem Video:

Jump Apart Caroletta Artwork

The Meat Tree Caroletta Artwork

Fuck Speciesism Caroletta Artwork

 

Ihr könnt mich und meine Arbeit an dem Projekt „About Meat“ gern via Patreon und/ oder Society6 unterstützen.

 

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8 Kommentare

  • Antworten Johanna Solf 10. Dezember 2017 at 17:37

    Hi, ich bin Johanna.
    Ich finde es fantastisch, was du machst.
    Mit solchen Bildern erreicht man oft schon Aufmerksamkeit, um das Bewusstsein der Menschen anzustoßen. Denn all diese Gräueltaten der Tierindustrie werden hinter hohen Mauern versteckt, nur damit die Menschen das noch essen, wozu sie schon lange den Bezug verloren haben.

    Mach weiter so. Du machst hervorragende Arbeit! Vielen Dank dafür.

    • Caroletta
      Antworten Caroletta 10. Dezember 2017 at 18:07

      Liebe Johanna,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Das tut so gut und spornt an, weiterzumachen. :-)

      Viele Grüße,
      C.

  • Antworten Matti Ostrowski 26. Februar 2018 at 7:33

    Liebe Craolin,

    ist es in Ordnung, wenn ich deine hier vorgestellten Illustrationen in meinem Ethik-Kurs (Klasse 12, Gymnasium) zum Thema Fleischkonsum / Speziezismus verwende?
    Sie sind sehr schön und regen zum Denken an!

    Viele Grüße

    Matti

    • Caroletta
      Antworten Caroletta 26. Februar 2018 at 8:25

      Hallo Matti,

      solange du die Quelle nennst, sehr sehr gerne! Mich würde sehr interessieren, was deine Schüler dazu sagen. :-)

      • Antworten Matti Ostrowski 22. März 2018 at 19:46

        Hallo Caroletta,

        vielen Dank für die Erlaubnis und so möchte ich Dir auch kurz berichten, dass deine Illustrationen meine Schüler enorm gefesselt und zunächst sehr nachdenklich gestimmt haben. Nach einer Erarbeitung des Begriffs „Speziezismus“ und einer sogenannten „amerikanischen Debatte“ war dann kein Halten mehr: Ich hatte selten eine so heftig geführte Diskussion in der Klasse, bei der ich dann eigentlich kaum noch Impulse gesetzt habe, weil die Schüler das von sich aus gemacht haben. 6 Vegetarier haben es geschafft eine ganze Klasse aufzumischen und nachdenklich zu stimmen, denn am Ende waren wir uns einig, dass jeder nochmal seinen Umgang mit Tieren überdenken muss – egal zu welchem Ergebnis er dabei kommt.

        Ich z.B. werde in Zukunft auf den Konsum von Fleisch verzichten.

        Im Namen der Klasse und mir danke ich für diese bemerkenswerten Impulse!

        • Caroletta
          Antworten Caroletta 23. März 2018 at 12:32

          Wow, Matti… vielen Dank für deine Rückmeldung. Ich finde es großartig, dass ihr diese Diskussion geführt habt und dass ich aus der Ferne mit den Bildern meinen Teil dazu beitragen konnte :-) Viel zu oft wird in der Schule nur eine sehr einseitige Sicht auf das Thema Nutztiere vermittelt. Es tut gut zu lesen, dass es auch anders geht!
          Liebe Grüße (auch an deine Schüler),
          C.

  • Antworten Sunny 7. März 2018 at 17:08

    Hallo Caroletta, ich bin durch den Spiegel online -Artikel auf dich aufmerksam geworden. Ich finde deine Bilder genial! Ästhetisch und provokativ zugleich. Besonders interessant fand ich dein Erlebnis anlässlich der Tasche mit entsprechendem Motiv. Kannst du dir vorstellen, so eine Tasche zum Verkauf anzubieten? Ich hätte gerne eine!

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