Home KunstRatgeber & Tutorials Wie veröffentlicht man ein Bilderbuch? Teil 4: Zehn Tipps für ein erfolgreiches Crowdfunding

Wie veröffentlicht man ein Bilderbuch? Teil 4: Zehn Tipps für ein erfolgreiches Crowdfunding

by Caroletta

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Eine Verlagszusammenarbeit kommt nicht in Frage, das Buch ist fertig, die Finanzplanung vorerst abgeschlossen und auch die grundlegenden Fragen wie zum Beispiel: „WO lässt man das Buch drucken?“ „WOHER bekommt man eine ISBN-Nummer?“ und „WIE kommt das Buch in den Buchhandel?“ sind geklärt. Nun geht es daran, die Crowdfunding Kampagne für das eigene Buchprojekt zu planen und umzusetzen.

Eine ganz individuelle Entscheidung ist dabei die Wahl der Crowdfunding-Plattform. Da gibt es von Kickstarter, über Indiegogo bis hin zu Startnext ja einige.

Für mein Buch (deutschsprachig) und meine Zielgruppe (ebenfalls deutschsprachig) war Startnext die beste Wahl.

Und da kommen wir auch schon zum ersten Tipp:

1. Macht euch mit den verschiedenen Plattformen vertraut.

Schaut euch andere Kampagnen an – die erfolgreichen, aber auch die, die ihr Ziel verfehlt haben. Lernt aus den Fehlern der Anderen! War das Video vielleicht schlecht, die Texte voller Rechtschreibfehler und die Bilder zu dunkel? Oder waren die Idee, das Video, die Texte und die Bilder richtig gut, aber keiner hat es mitbekommen, weil es kein Marketing-Konzept gab? Von Vorteil ist auch, wenn man vorher schon einmal selbst eine Crowdfunding-Kampagne unterstützt hat. So bekommt man am besten ein Gefühl für die organisatorischen und zeitlichen Abläufe. 

2. Entwerft attraktive Rewards!

Es muss sich für eure UnterstützerInnen lohnen, euer Projekt von Anfang an zu unterstützen. Da der Buchpreis fest ist, bietet es sich an, limitierte Early-Bird-Pakete mit zusätzlichen Produkten (z.B. Drucke oder Postkarten o.ä.) zusammenzustellen.

3. Plant ausreichend Zeit ein.

Ihr benötig diese für die Vorbereitung der Kampagne, eure Recherchen UND für die Klärung aller anderen projektrelevanten Dinge ein. In meinem Fall sind von der Idee bis zum Start des Crowdfundings etwa 6 Monate ins Land gezogen. 

4. Lasst ein Musterexemplar eures Buches anfertigen.

Das ermöglicht euch, das Buch im Video und auf den Produktfotos zu präsentieren. Zur Not tun es in dieser Phase aber auch Mockups.

5. Holt euch Feedback!

Zeigt eure Kampagne in der Entwurfsphase euren Freunden und bittet um ihre ehrliche Meinung. Manchmal sieht man am Endes eines Projekts den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da hilft es sehr, einen Blick von außen zu bekommen.

6. Erstellt einen Marketingplan.

Nutzt Social Media nach Möglichkeit schon vor dem Kampagnenstart um mit eurer Zielgruppe in Kontakt zu treten. Schreibt InfluencerInnen an, die das Thema eures Buches interessieren könnte und fragt, ob sie mit euch kooperieren möchten. Erwartet nicht, dass sie dies umsonst tun! Plant hierfür ruhig einen vierstelligen Betrag ein. Influencer-Marketing ist teuer aber auch unfassbar effektiv. Ich habe mit einer Influencerin zusammengearbeitet und verdanke nicht zuletzt ihrer Reichweite den Erfolg meiner Crowdfunding-Kampagne.  Auf der Grafik unten seht ihr, wie die Anzahl der UnterstützerInnen durch die Decke ging, nachdem sie mein Buch in ihrer Instagram-Story vorgestellt hat. Später hatte sie es noch in einem Youtube-Video gezeigt. Auch hier gingen die Zahlen wieder sichtbar nach oben.

7. Erzählt ALLEN Leuten, die ihr kennt von der Crowdfunding-Kampagne.

Auch wenn euch das unangenehm ist und ihr euch wie die größten SelbstdarstellerInnen fühlt, redet zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit darüber! Schreibt zum Start der Kampagne alle persönlich an: FreundInnen, Familie, KollegInnen. Bittet sie, die frohe Kunde ebenfalls zu teilen. Packt alle Infos zur Kampagne in euren Whatsapp-Status, auf Facebook, Instagram usw. 

Die ersten 24h nach Kampagnenstart sind wahnsinnig wichtig, um den Stein ins Rollen zu bringen. Je mehr Menschen euch helfen, diesen Stein anzuschubsen, desto besser.

8. Achtet auf ein gutes Community-Management.

Beantwortet alle Fragen, Nachrichten und Kommentare eurer (potentiellen) UnterstützerInnen.

9. Kalkuliert die Versandkosten eurer Rewards großzügig und achtet auf versteckte Fallstricke!

Der Versand innerhalb Deutschlands war für meine UnterstützerInnen kostenlos, d.h., ich hatte die Versandkosten in den Wert der Dankeschöns einkalkuliert. Für einen Versand ins Ausland hatte ich einen Extra-Reward im Wert von 5€ angelegt, mit der Bitte diesen bei Bedarf hinzuzubuchen. Die meisten meiner UnterstützerInnen haben das auch getan. Einige hatten es jedoch vergessen und wurden nach Beendigung des Crowdfundings noch einmal von mir angeschrieben – mit der Bitte, den zusätzlichen Betrag von 5€ zu überweisen.

Und genau hier fing der Hamster an zu humpeln…

Jede Überweisung, die aus der Schweiz erfolgte, verursachte bei meiner Bank Gebühren in Höhe von 8,50€ und somit einen Verlust für mich. Überweisungen aus anderen Ländern stellten kein Problem dar. Informiert euch für solche Fälle also vorher unbedingt über die Konditionen eurer Bank beim Empfang von Auslandsüberweisungen!

10. Holt euch Hilfe von Freunden und Familie.

Das Verpacken und Versenden der Rewards ist eine Mammutaufgabe. Es ist unheimlich viel Arbeit und allein kaum zu stemmen. Nutzt außerdem den Abholservice der Deutschen Post. Die beliefern euch mit der richtigen Anzahl gelber Postbehälter und holen zum verabredeten Termin alles mit dem LKW ab. Das erleichtert den Versand enorm. Spart zwar kein Geld, aber viel Stress.

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